Kaum da, schon (fast) wieder weg!

Dieses Thema im Forum "BMW 1er Coupé" wurde erstellt von Micha53, 22.10.2014.

  1. #1 Micha53, 22.10.2014
    Micha53

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    Vor 6 Jahren bekam ich mein erstes 123 D Coupe, vor 3 Jahren mein zweites. Jetzt 200000 Kilometer später geht eine schöne Zeit mit diesen Modellen zu Ende und ab nächste Woche wird es dann ein 225er sein.

    In den nächsten Tagen werde ich über meine Erfahrungen mit beiden Fahrzeugen berichten, zumal das zweite Modell mit einer Leistungssteigerung von AC-Schnitzer versehen war.

    Stay tuned :wink:
     
  2. AdMan

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  3. #2 sportsfreund, 22.10.2014
    sportsfreund

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    Gerne, Erfahrungsberichte finde ich persönlich immer interessant.
     
  4. #3 Micha53, 23.10.2014
    Micha53

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    Der Erste und Warum

    Bevor ich mich für mein erstes 123D Coupe entschied, fuhr ich einen X3 3.0D über 115000 Km und davor diverse BMW-Modelle auf Super+ Basis und hohen Drehzahlen. Der Wechsel von Drehzahl auf Drehmoment war also schon vollzogen.

    Der X3 war ein Superauto, aber auch ein wenig behäbig. Außerdem war ich meistens alleine unterwegs, bewegte also viel Blech gegen den cw-Wert. Das 1er Coupe sollte die logische Ablösung sein. Klein, stark und elegant. Dazu muss man wissen, das ich neben den verbindenden Autobahnen, überwiegend bergige Strecken im Harz, dem Weserbergland und dem Sauerland befahre und dort ist überholen auf kürzester Strecke ein Muss. Jedenfalls dann, wenn man seine Termine einhalten will, aber auf ganze Horden von endschleunigten Touristen trifft.

    Es wurde also ein schwarzes Coupe, als Schalter (wie alle Vorgänger auch), mit 18" Zoll Felgen, Xenon und Kurvenlicht, Navi Pro und Handyanbindung, Sportsitzen mit Stoff/Leder, Klimaautomatik und diversem anderen Zubehör aus der langen, langen Liste. Dezente Spurverbreiterungen waren aus optischen Gründen Pflicht. Weil es sich um ein Leasingfahrzeug handelte, waren weitere technische Eingriffe nicht vorgesehen. Im Sommer bin ich sogar mit den grauenvollen RFT-Reifen unterwegs gewesen, im Winter allerdings mit richtigen Reifen auf 17" Felgen.

    Speziell am Anfang war ich von der Leichtfüßigkeit auf kurvenreichen und hügeligen Strecken begeistert. Lediglich die damaligen RFT´s waren, wenn es mal schnell gehen sollte, der limitierende Faktor. Überholen aus niedrigen Drehzahlen ein Traum und die Beschleunigung, wenn der LKW auf der AB endlich wieder einscherte, ein schnelles Vergnügen. Das Ganze selbstverständlich Schaltfaul.

    Mit vollem Tank und 70Kg Material im Kofferraum, sah das aber schon anders aus. Alles ein wenig zäher und am Berg auch nicht mehr der Kracher. Beim nächsten Modell sollte dieses Manko dann behoben werden.

    Insgesamt habe ich über die 100000 Kilometer 3 Frontscheiben verbraucht, aber nur einen Satz Bremsscheiben und Beläge, Software- und Navi-Updates kamen allerdings häufiger vor. Eine akkurate Spur- und Sturzeinstellung behob die Nervosität um die Hochachse bei hoher Geschwindigkeit. Der Rest war Wartung bzw. Inspektionsaufwand. Der Verbrauch beschränkte sich auf ca. 6,4 Liter. Bei meinem Fahrprofil für mich ein guter Wert.

    Nerviges gab es aber auch: Der damalige Fernlicht-Assistent schaltete regelmäßig ab, wenn in einer Kurve Warnschilder reflektierten. Gefahrenstelle und plötzliche Dunkelheit - Ich liebte es und hab es abgeschaltet. Minimales Ablagen-Angebot und Handyadapter immer eine Generation zu spät - Zum Ausgleich saumäßig teuer. Türen so groß wie Garagentore, aber eine nur zweistufige Türsperre - Spaß im Parkhaus. Beheizbare Wischwasserdüsen, aber ein Wassertank im Radhaus - Funktionierte im Winter nur mit purem Frostschutzmittel. Der kurze erste Gang - Pures LKW-Feeling. Häufig versagender Comfort-Zugang - Sah immer aus, als wollte man das Auto klauen, wenn man da am Türgriff rumzerrte. Aber sonst war alles schön!

    Nahm trotzdem ein tragisches Ende. Nachdem ich den Wagen in meiner Niederlassung zurückgegeben hatte, wurde er innerhalb weniger Tage weiterverkauft. Auf der letzten Übergabe-Probefahrt durch den Servicetechniker, wurde der, von einer Vorfahrt missachtenden Autofahrerin, derart torpediert, dass nur noch die Schrottpresse zwischen dem neuen Besitzer und meinem ersten 1er Coupe stand. Die Schrottpresse hat gewonnen.

    Stay tuned
    Micha 53
     
  5. #4 Ziggy Young, 23.10.2014
    Ziggy Young

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    Schöne Geschichte mit traurigem Ende. Aber warum waren Runflats der limitierende Faktor wenns mal schnell gehen sollte? Das erschließt sich mir nicht.
     
  6. #5 Dani_93, 23.10.2014
    Dani_93

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    Schöner Bericht! :daumen:

    Dein 123d hat beim Abschied von Dir wohl Suizidgedanken bekommen...
     
  7. #6 Micha53, 23.10.2014
    Micha53

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    Damals wurden RFT der 1. Generation verbaut, angeblich ist man inzwischen bei Generation 4. Was immer das in der Praxis auch heißen mag.

    RFT sind bedingt durch ihre Bauart mit sehr harten (dicken) Flanken ausgerüstet. Für den Fall eines Luftdruckabfalls stützt sich der Reifen (die richtige Felge vorausgesetzt) auf den Flanken ab, und soll dadurch eine Weiterfahrt mit max. 80Km/h erlauben. Der Reifen an sich, ist aber in keiner besonderen Weise vor Pannen geschützt.

    Die Notlaufeigenschaft wird im normalen Alltag allerdings teuer erkauft. Harte Lauffläche trifft auf steife Flanke. Legt man das Fahrzeug in eine Kurve (Geschwindigkeit und Kurvenradius im Grenzbereich) stützt die harte Flanke zunächst, gibt dann aber plötzlich nach und das Heck ist schneller verloren, als zuvor erwartet. Das plötzliche Wegknicken ist der Knackpunkt.

    Ein Non-RFT ist da Dank seiner Geschmeidigkeit und dem weichen Zusammenspiel von Lauffläche und Flanke wesentlich berechenbarer. Die verminderte Federfähigkeit eines RFT macht sich noch an anderer Stelle unangenehm bemerkbar: Vollgas auf der AB, eine kaum zu sehende Bodenwelle und das ESP regelt sich nen Wolf. Den Unterschied merkt man besonders dann, wenn man RFT gegen Non-RFT auf der gleichen Felge fährt. Die 18" Zoll Felge verursacht dieses Aufschwingen jedenfalls nicht.

    Vom Haftungsverlust bei Nässe, dem Verschleiß und der Preisgestaltung der RFT will ich mal gar nicht berichten, denn da kommen einem die Tränen.

    Insgesamt verstehe ich BMW an diesem Punkt nicht. Da entwickelt man ein Fahrwerk, das nur wenige an dessen Grenze bringen, und dann versaut man diese Vorzüge durch die Reifenpolitik. Wahlweise ist ok, aber ausschließlich ist ein Ärgernis.

    Micha53
     
  8. #7 Micha53, 25.10.2014
    Micha53

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    Der Zweite und Letzte, aber nicht das Letzte!

    Noch nie habe ich zwei Mal hintereinander, dass gleiche Auto gewählt. Also war das "neue" Modell keine Überraschung mehr, allerdings auch keine Enttäuschung. Die schon beschriebenen Alltagsmängel inkl. und um einen neuen erweitert. Der gute alte Ölmessstab war wieder zurückgekehrt und die Ölstandsanzeige im Navi verschwunden. Laut BMW-Servicetechniker hätten zu viele Fahrer den Ölstand nicht kontrolliert bzw. nicht gewusst, wo man sich das anzeigen lassen konnte. Wer`s glaubt!?

    Kleid wieder schwarz, wieder ein Handschalter und wieder Sportsitze in Stoff/Leder, M-Paket als Neuigkeit, Spurverbreiterung, Smartphone-Anbindung, Navi Pro, 18" Räder, sofortige Umrüstung auf Non-RFT (entdecke die Potenziale), Harman Kardon für und auf die Ohren und eine originale Anhängerkupplung(!) für den MTB-Transport. Teuer bezahlt, aber dann doch nie benutzt. Dafür habe ich mir aber eine angepasste Hinterachse und Federn/Stoßdämpfer mit einer höheren Progression eingehandelt. Hätte ich´s gewusst, ich hätte gleich darauf verzichten sollen.

    Fehlte also nur noch die Leistungssteigerung. AC-Schnitzer ist es geworden, weil schon lange im Geschäft und mit ganz enger Bindung an BMW, gute Erfahrungen meiner BMW-Niederlassung mit den Schnitzer Systemen, beschädigungsfreier Ein- und Ausbau (Leasingfahrzeug!), Pumafest, alltagstauglich, TÜV Kompatibel und wahlweise drei Jahre Garantie, also meine komplette Laufzeit. Mir fehlte damals ja noch die Erfahrung, was so alles passieren könnte, und ich wollte in meiner Niederlassung auf gar keinen Fall irgendwelche Diskussionen im Schadensfall führen müssen.

    Laut Datenblatt verfügte ich also vom ersten Tage an, über 240 PS und 480 Nm (!) Drehmoment. Datenblätter spielten allerdings nur während der Entscheidungsfindung eine Rolle, im Normalbetrieb ist dann das normale Erleben der Freudefaktor und ich hab mich auf jetzt knapp 100000 Km viel gefreut, richtig viel gefreut.

    Ein paar Beispiele: AB, LKW schert ein, Vollgas im 6. Gang - Nackendruck bis zum Begrenzer. Gähnende Leere im Rückspiegel - Manche wollten es gar nicht glauben, haben versucht sich vom Gegenteil zu überzeugen und dann doch aufgegeben. Landstraßen - Wo soll ich da anfangen. Was musste, das ging, und zwar ohne jede Anstrengung. Ich glaube, dass nennt man souveräne Kraftentfaltung. Lediglich bei Schnee und nasser Fahrbahn braucht man einen schlanken Fuß, sonst wedelt das Heck, natürlich ESP-gestützt, wie bei einem Hund der sich freut.

    Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, ich lasse nicht immer und bei jeder Gelegenheit die Sau raus, bin aber ein durchaus entscheidungsfreudiger Fahrer, und dann will ich bei der Folgeaktion keine Schweißperlen auf der Stirn. Alleine das Wissen es zu können, wenn es denn sein soll, sorgt für einen ruhigen Puls.

    Es kommt mir also durchaus entgegen, wenn das Schnitzer-Modul erst ab 70° Öltemperatur wirksam wird und was die Temperaturen angeht auch nach oben begrenzt wird. In den drei Jahren hatte ich jedenfalls kein einziges Problem. Halt, nicht ganz! Bei einem schnellen Ritt auf der AB, hat sich mal die seitliche Abdeckung der Frontscheibe unvermittelt gelöst. Woran das wohl gelegen hat?

    Ansonsten lautet die Aufwandsbilanz der letzten drei Jahre, 2 Frontscheiben, einmal alle Bremsbeläge und -scheiben und natürlich die üblichen Wartungen und Inspektionen. Getriebe, Kupplung, Antriebswelle, Diff und Lager, alles in Ordnung. Der Verbrauch ist nicht gestiegen, aber auch nicht gesunken, aber da war ja noch das Ding mit der Freude.

    Am kommenden Dienstag bekomme ich meinen 225 D mit dem neuesten Schnitzer-Modul übergeben. Mal sehen, wie das dann mit der Sportautomatik harmoniert. Die Schnitzerteile meines 123 Coupes kommen dann in den hiesigen Biete-Bereich.

    Stay tuned
    Micha53
     
  9. #8 TierparkT0ni, 29.10.2014
    TierparkT0ni

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    Liest sich wie Butter.
    Bin echt auf deinen Erfahrungsbericht mit dem 225d gespannt.
    :daumen:
     
  10. AdMan

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  11. #9 alpinweisser_120d, 29.10.2014
    alpinweisser_120d

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    super bericht, allerdings ein kleiner fehler. wenn die ac schnitzer jungs keinen zusätzlichen öltemperatursensor verbaut haben, dann ist mit 70° nicht die öl, sondern die Wassertemperatur gemeint.
     
  12. #10 Micha53, 03.11.2014
    Micha53

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    So, ich habe bei ac-Schnitzer nochmals nachgefragt und in der Tat, die Öl-Temperatur wird nicht ausgewertet, die Wasser-Temperatur aber auch nicht. Scheinbar wird eine Zeit-Drehzahl-Beziehung hergestellt und die läuft so ab: Kalten Motor anlassen und mit reduzierter Drehzahl losfahren (das Steuergerät des Wagens stellt hier ein Lasso bereit, kann aber mutwillig und natürlich verschleißfördernd überschritten werden). Je höher die Drehzahl, durch Freigabe durch das Steuergerät, genutzt werden kann, und hier kommt die Zeit seit Start ins Spiel, je schneller kann die Leistung aus dem Schnitzer-Steuergerät genutzt werden.

    Das deckt sich auch mit meiner persönlichen Erfahrung. Im Sommer dauert es nur wenige Minuten, bis die notwendige Betriebstemperatur erreicht ist und die Power zur Verfügung steht, im Winter kann es bei tiefen Temperaturen schon mal eine Weile dauern. Restwärme zwischen zwei Starts beschleunigt diesen Prozess selbstverständlich.

    Bye Folks, der 225er ist geliefert :lol:
    Micha53
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