Haftpflichtschaden, Probleme mit Versicherung

Diskutiere Haftpflichtschaden, Probleme mit Versicherung im Allgemeines Forum im Bereich ... und was gibt's sonst noch ?; Hallo ihrs! Hier die Kurzfassung meines Problems mit einer Kfz-Haftpflichtversicherung, mit der Bitte um Kommentare. Ausgangssituation: vier...

  1. #1 outcast, 27.03.2015
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    Hallo ihrs!

    Hier die Kurzfassung meines Problems mit einer Kfz-Haftpflichtversicherung, mit der Bitte um Kommentare.

    Ausgangssituation: vier Beulen in Fahrertür, verursacht von Tiefgaragennachbar. Über Rundruf Versicherung vom Gegner (VSG) ausfindig gemacht (Fahrzeughalter hat auf mehrere Hinweise nicht reagiert) und um Regulierung gebeten (mit Kosten-Voranschlag von BMW Vertragswerkstatt W).

    Ablauf:
    1. VSG schickt eigens benannten Gutachter (A) zur Gegenüberstellung. Gutachter A stellt zweifelsfrei Schuld des Gegners fest, erstellt dabei ungefragt und unangekündigt auch ein Gutachten zur Schadenhöhe, die natürlich deutlich niedriger ist als der angeblich "überzogene" Kosten-Voranschlag von Werkstatt W.

    2. VSG erteilt Reparaturfreigabe.

    3. Ich übergebe mein Auto an Werkstatt W sowie Anwalt AW, dort wird Gutachten von Gutachter B eingeholt und anschliessend repariert. Ich erhalte Ersatzwagen.

    4. VSG fordert Stellungnahme von Gutachter A bzgl. Gutachten von Gutachter B. Gutachter A beharrt auf seiner Position (einfache Instandsetzung der Tür mit partieller Lackierung wäre ausreichend, anstatt der tatsächlich ersetzten Tür mit Lackierung der umliegenden Blechteile).

    5. VSG fordert Nachbesichtigung durch Firma von Gutachter A. Nachbesichtigung findet statt und stellt ordnungsgemässe Reparatur gemäss Rechnung fest. Schlägt ungefragt vor, nur nach Gutachter A zu zahlen (1.8k statt 3.6k EUR).

    6. VSG zahlt Kosten gemäss Gutachter A, Mietwagenkosten, Wertminderung gemäss Gutachten B, Pauschale und Gutachterkosten von B. Nicht gezahlt wird die volle Reparatursumme (nur ca. die Hälfte) und die Anwaltskosten von AW.

    6. Androhung von Klage durch AW wird mit "Gerne lassen wir unseren Standpunkt gerichtlich überprüfen" durch VSG quittiert.


    Die ganze Sache zieht sich nun seit 4 Monaten hin. Ich habe keine Rechtsschutzversicherung. Ich beabsichtige trotzdem der Empfehlung von AW zu folgen und Klage zu erheben - ich finde dieses Verhalten von VSG unsäglich.

    Habt ihr so eine ähnliche Situation schon mal gehabt und habt evtl. Kommentare dazu? Es würde mich sehr freuen von euch zu hören!
     
  2. #2 Franklyn, 27.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 27.03.2015
    Franklyn

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    Habe ich jeden Tag mit zutun.
    Heißt die VSG zufällig H..?
    Du wirst ohne Klage nicht weiterkommen, die VSGs sitzen das nach meiner Erfahrung aus.
    Dein AW hat sicher recht mit Klageerhebung, ob du später aber Recht bekommst, kann dir keine sagen, wenn du aber nicht klagst bleibst du auf den Mehrkosten sitzen oder aber du bemühst deine VK (wenn denn vorhanden, bestenfalls mit Rabattretter auch im VK-Fall).
    Du hast eh Glück gehabt, dass die VSG den von dir bzw. von der Werkstatt beauftragten Gutachter bezahlt hat

    Für die Zukunft:
    Man lässt nie einen von der zu regulierenden Versicherung bestellten Gutachter ans Auto.
    (bei einem unverschuldeten Unfall, also Haftpflicht)!!!
     
  3. #3 outcast, 27.03.2015
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    Danke für deine hilfreichen Ausführungen!

    Der VSG ist R..

    Bzgl. des Gutachters A von der VSG: der war, laut schriftlicher Ankündigung von VSG, nur mit der Durchführung einer Gegenüberstellung beauftragt, um festzustellen, ob VSG überhaupt in der Pflicht steht (der gegnerische Fahrzeughalter hat alles geleugnet). Von Gutachten war weder schriftlich noch mündlich die Rede, das flatterte danach einfach ungefragt ins Haus.

    Wäre mir schon zur Gegenüberstellung freie Wahl des Gutachters zugestanden?
     
  4. #4 Franklyn, 27.03.2015
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    eine Gegenüberstellung/Rekonstruktion wird eigentlich nur gerichtlich im Nachhinein angeordnet, also wenn die Plausibilität nicht klar ist.
    VSGs haben das Recht, eine Nachbegutachtung in Auftrag zu geben, der du aber nicht zustimmen musst.

    In deinem Fall ist das echt schlecht gelaufen, da der VSG-Gutachter einfach zusätzlich ungefragt ein Gutachten erstellt hat.
    Die VSG-Gutachter sind natürlich bemüht, den Schaden, wie in deinem Fall, klein zu rechnen (Stundenverrechnungssätze von Partnerwerkstätten, Verbringen zum Lacker, Einlackieren benachbarter Teile zu streichen usw.)

    Wie gesagt, ohne Klage wirst du nicht weiter kommen, auch auf die Gefahr hin, dass du noch zusätzliche Kosten verursachst, da keine Rechtschutz.
    Vereinbare auf jeden Fall einen Festpreis mit deinem Anwalt, die meisten Rechtsverdreher lassen sich darauf ein, da sie um jeden Mandanten kämpfen müssen
    ...oder aber du bemühst, wie auch schon erwähnt, deine VK (wenn denn vorhanden) und knickst ein.
    Die Entscheidung kann dir keiner abnehmen, nach meiner Erfahrung hast du aber gute Chancen, das Ding zu gewinnen!
     
  5. #5 outcast, 27.03.2015
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    Danke nochmals!

    Ich werde Klage erheben, danke für den Hinweis mit Festpreis! So etwas will ich mir einfach nicht gefallen lassen.

    VK habe ich selbstverständlich, aber das hatte ich nur für den Fall in Betracht gezogen, dass nicht eindeutig feststellbar war, wer den Schaden verursacht hat (mir war das klar, aber wirklich beweisen konnte ich das ohne die Hilfestellung des Gegners nicht, und der hat sich komplett verweigert [was ich mir von dem alles anhören durfte ist eine ganz andere Geschichte.. im Nachhinein ärgert es mich, dass ich keine Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet habe. Fahrerflucht war es ja keine, weil abschliessbare Tiefgarage kein öffentlicher Verkehr ist...])

    Was mir auch immer noch nicht einleuchtet, warum VSG nicht die bisherigen Anwaltskosten von AW zahlt - das müssen sie doch so und so, wenn es kein Bagatellschaden ist (und das ist es ja bei keinem der Gutachter).
     
  6. #6 Franklyn, 27.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 27.03.2015
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    Im Normalfall wird der Anwalt von der Versicherung des Verursachers gezahlt, wenn man den Schadenfall sofort über ihn abwickeln lässt.
    Wenn man ihn allerdings im Nachhinein wegen etwaiger Kürzungen ect. konsultiert, wird dessen Honorar fast immer von der VSG abgelehnt, da er dann nicht mehr zum Unfall dazu gehört, um es banal auszudrücken.
    Das würde dann die eigene Rechtschutzversicherung auffangen, wenn denn vorhanden.
    Dass der von dir bzw. der Werkstatt beauftragte Gutachter bezahlt wurde, wie du sagst, wundert mich viel mehr, da ein Unfallgutachten bei ca. 400 Euronen anfängt! :mrgreen:

    Ich kann dir nur raten, eine Verkehrsrechtsschutzversicherung abzuschließen (und diese nicht bei der Versicherung, bei der man alle anderen Versicherungen hat, abschließen, da passt das Sprichwort mit der einen Krähe ganz. gut).
    Die kostet nicht so fürchterlich viel und sollte eigentlich selbstverständlich sein, wenn man ein Kraftfahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr bewegt, allein schon wegen der Betriebsgefahr eines Fahrzeugs, auch wenn das nur zivilrechtlich von Belang ist!

    By the way:
    dein Auto finde ich sehr geil!
     
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